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Das Nonnenkloster Mehringen 1222-1525

Stifterin des Klosters ist die edle ODA von Mehringen, einzige Tochter des Eino von Mehringen. So reich die Familie an irdischen Gütern war, eines fehlte und das war ein Kloster. Nach damaliger Anschauung bedurfte es einer Stiftung oder Schenkung, um sich die Gnade des Himmels zu verschaffen. Also beschloss ODA, ein Kloster zu gründen. Zum Bau bestimmte die Stifterin einen Platz unmittelbar an der Wipper. Das Kloster wurde im Jahre 1222 gegründet und stand von Anfang an unter dem Mönchskloster Sittichenbach bei Gerbstedt. Der berühmte Abt Konrad von Sichem weihte 1222 den Ort, wo das Kloster in Mehringen aufgebaut werden sollte. Diesem Abt wurde auch die Aufsicht über das zu erbauende Kloster übertragen. Ohne seine Erlaubnis durfte nichts vorgenommen werden. Der Bau des Klosters konnte nur langsam gefördert werden. Trotz guter Empfehlungen und Sammlungen ging es nur langsam vorwärts. Deshalb wird auf einer Zusammenkunft im Kloster beschlossen, es an einen anderen Ort zu verlegen. Der neue Wohnsitz ist Cebekere, ca. 3 km südlich von Mehringen gelegen. Die Nachkommen der Stifterin ODA von Mehringen verschmerzten es nicht, dem Stammort ihres Klosters beraubt worden zu sein. Sie drohten das gesamte Stiftungsvermögen einzuziehen, falls die Nonnen nicht nach Mehringen zurückkehren würden. Mit der Aussicht auf neue großartige Schenkungen der Sophie von Hohenbüchen kehren sämtliche Klosterjungfrauen nach 7jähriger Abwesenheit dorthin zurück. Ende des 13. Jahrhunderts erlangt das Kloster eine geordnete Existenz. Einige Klosterbauten zeugen von romanischem Baustil, spätere nähern sich der reinen Gotik. Die zum Kloster gehörige Kirche ist im gotischen Stil gebaut. In der Nähe der Kirche befanden sich die Klausurgebäude. Zu ihnen gehörten das Wohnhaus der Schwestern, das Arbeitshaus, die innere Schule sowie der Beratungssaal. Außerhalb dieser Klausurgebäude lagen die Wohnung des Propstes, das Krankenhaus, die Außenschule, die Bibliothek, die Apotheke, das Haus für die Reisenden, die Wohnungen für die Dienstleute und die landwirtschaftlichen Gebäude.