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Der Abriss des Halleschen Tores

Im Jahre 1850 ließen die Landwirte Gebrüder Kraatz an der Wipperbrücke zwischen Güsten und Osmarsleben eine Zuckerfabrik bauen. Vor 150 Jahren waren alle Straßen noch viel schmaler und meist unbefestigt. Als nun im gleichen Jahr ein großer eiserner Kessel für die Osmarslebener Zuckerfabrik von Staßfurt durch Güsten zur Baustelle an der Wipperbrücke transportiert werden sollte, gab es erst mal ein Halt am Halleschen Tor, weil der Kessel wegen seines großen Durchmessers nicht durch das Tor passte. Die schwere Fuhre blieb stehen. Die Pferde wurden ausgespannt und in ihre Ställe gebracht. Da die Gebrüder Kraatz auch keine andere befestigte Straße kannten, wandten sie sich an den Güstener Bürgermeister Werner. Der konnte auch nicht gleich helfen. Das Tor war eben zu schmal und der Kessel zu dick. Der Stadtrat wurde einberufen. Er hatte eine schwierige Aufgabe zu entscheiden. Sollte der Transport scheitern oder sollte man das Tor einfach abreißen? Da der Bau der Zuckerfabrik für die beiden Kommunen Güsten und Osmarsleben hohe Steuereinnahmen versprach und ein Verzicht schmale Kassen bedeutet hätte, entschloss man sich kurzerhand das „Hallesche Tor“ abzureißen. Gesagt getan! Die Stadt Güsten hatte nun zwar kein Stadttor mehr, aber der Transport des Kessels konnte fortgesetzt werden.